Was hatte ich vor der neuen Saison doch für große Erwartungen! Ich muss zugeben, dass ich sogar vom Erreichen des Halbfinales geträumt habe! Aber nach dem erfolgreichen Abschneiden in der letzten Saison und den hervorragenden Leistungen der Mannschaft konnte man einfach nur so optimistisch sein.
Sicher war einem klar, dass der mysteriöse Abgang des erfolgreichen Trainers Igor Pavlov eine große Lücke hinterlassen wird. Aber auf der anderen Seite hat der neue Trainer Jiranek ja praktisch die komplette Mannschaft von seinem Vorgänger übernehmen können.
Aber die KREFELD-PINGUINE sind leider nicht mehr wiederzuerkennen! Die Mannschaft wirkt unmotiviert und erinnert einen allenfalls an die Durchschnittsmannschaften der vergangenen Jahre vor Beginn der Ära Pavlov. Was ist nur mit den Spielern los?
Sicher spielt das überflüssige Theater hinter den Kulissen eine große Rolle. Wie konnte die Vereinsführung nur einen Mannschaftsarzt von einem Tag auf den anderen entlassen, der neben seiner Tätigkeit in einem Uerdinger Krankenhaus seit vielen Jahren die PINGUINE und sogar deren Familien zuverlässig betreut hat und bei der Mannschaft äußerst beliebt war?
Das das natürlich auch Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft hat, ist sehr wahrscheinlich und zeigt sich jetzt. Man scheint in KREFELD in dieser Hinsicht wohl nie dazu zu lernen! Das ist einfach unfassbar!
Aber ich habe auch das Gefühl, dass der neue Trainer Jiranek mit der Aufgabe, alleinverantwortlich einen DEL-Club zu betreuen, wohl etwas überfordert ist. Schließlich war er in Nürnberg ja nur Assistenztrainer. Denn man merkt der Mannschaft an, dass sie, im Vergleich zum Vorjahr, irgendwie nicht richtig trainiert ist. Die Begeisterungsfähigkeit und Spritzigkeit, die uns in der letzten Saison immer wieder so erfreut hatten, scheinen komplett verloren gegangen zu sein, und man fragt sich, warum.
Vielleicht sollte man sich doch, bevor es zu spät ist und die Play-Offs nicht mehr erreicht werden können, überlegen, ob man nicht doch noch einem anderen Trainer für den Rest der Saison das Vertrauen schenken soll. Normalerweise bin ich bestimmt nicht dafür, einen Trainer schnell und unüberlegt zu entlassen, wie das heute fast überall so üblich ist. Aber im Falle der KREFELD-PINGUINE halte ich jetzt eine entsprechende Überlegung für durchaus angebracht, denn schlechter kann die Mannschaft kaum noch spielen! Es kann mit einem anderen Trainer also eigentlich nur besser werden. Hoffentlich machen sich die Verantwortlichen bereits entsprechende Gedanken und handeln in absehbarer Zeit.
Die immer mehr zurückgehenden Zuschauerzahlen sprechen inzwischen ja auch eine deutliche Sprache, obwohl ich der Meinung bin, dass es für eine Eishockey-Traditionsstadt wie Krefeld sowieso unglaublich ist, wie wenig zahlreich die Fans hinter ihrer Mannschaft stehen. Wenn man bedenkt, dass Krefeld eine Großstadt mit weit mehr als 200.000 Einwohnern ist, kann man wirklich nicht begreifen, dass sich im KönigPALAST im Durchschnitt gerade einmal noch 3.000 Zuschauer verlaufen! Wenn ich miterlebe, wie in meinem jetzigen Wohnort mit 30.000 Einwohnern bei jedem Heimspiel über 1.000 Zuschauer ins hiesige Eisstadion pilgern, um ihren Eishockeyverein zu unterstützen, obwohl dieser nur noch in der drittklassigen Oberliga spielt, habe ich den Beweis direkt vor Augen, dass in anderen Eishockey-Traditionsstandorten mittlerweile eine viel größere Begeisterung als in Krefeld zu finden ist. Das macht mich als alten KEV-Fan, der dem Verein seit über 40 Jahren die Treue hält, doch ziemlich nachdenklich und ehrlich gesagt, auch ein bisschen traurig. Aber ich hoffe immer noch, dass die große Eishockey-Begeisterung, wie ich sie noch aus den Siebziger-Jahren kenne, eines Tages nach Krefeld zurückkehrt.
Abschließend bleibt mir nur, daran zu glauben, dass sich die Verhältnisse bei den KREFELD-PINGUINEN bald zum Positiven wenden werden und wir KEV-Fans auch wieder jubeln können.
